„Interessen junger Menschen werden durch Jugendverbände und ihre Zusammenschlüsse zum Ausdruck gebracht und vertreten“, heißt es in § 12 des SGB VIII.
In 175 von 186 Jugendhilfeausschüssen in NRW wird dieser Auftrag unter anderem durch die Partizipation von Jugendverbänden und -ringen verwirklicht – das hat die neue Erhebung der LAG Jugendringe NRW ergeben, die im Juli 2026 unter dem Titel “MitWirkung von Jugendverbänden und –ringen in den Jugendhilfeausschüssen in Nordrhein-Westfalen“ erschienen ist.
Bereits zum zweiten Mal legen wir als LAG Jugendringe NRW eine Auswertung der Zusammensetzung der Jugendhilfeausschüsse in NRW vor. Neben der Analyse der (jugend-) politischen Beteiligung von Jugendringen und Jugendverbänden in den Ausschüssen soll so ein Impuls in die Kommunalpolitik, in die kommunale Verwaltung sowie in die Jugendringe und Jugendverbände gesendet werden, das Potenzial junger Interessenvertretung im Jugendhilfeausschuss für die partizipative Weiterentwicklung der Jugendförderung vor Ort zu nutzen.
Die Besetzung der Jugendhilfeausschüsse und die Vorgänge dazu wurden in den Monaten nach der Kommunalwahl 2025 systematisch erfasst. Zudem wurden die Satzungen der Jugendämter gesichtet, um etwaige Sonderregelungen zu beratenden Stimmen zu erfassen. Für die Auswertung der Wahlperiode 2025–30 konnten zudem die Daten der beiden vorhergegangenen Wahlperioden seit 2015 als Vergleichsmaterial herangezogen werden.
So zeigt sich u.a., dass in einem überwiegenden Teil der Ausschüsse sogar zwei oder mehr Jugendverbände vertreten sind, wobei ca. 63 % aller Jugendhilfeausschüsse eine Besetzung von zwei oder drei Jugendverbänden oder -ringen erreicht. Und besonders augenfällig: Dort, wo es Jugendringe gibt, machen sie außerdem den Unterschied zwischen stabiler Beteiligung und struktureller Schwäche und halten den Trend auf, die Vertretung von Jugendverbandsarbeit in Jugendhilfeausschüssen zu marginalisieren.
Im Auftrag der LAG Jugendringe NRW habe ich nicht nur die Redaktionsleitung für diese Veröffentlichung übernommen, sondern auch gemeinsam mit Christian Brüninghoff und Julian Lagemann einen Beitrag für die „Blätter der Wohlfahrtspflege – Deutsche Zeitschrift für Soziale Arbeit“ verfasst, der in Ausgabe 04/2026 publiziert wurde, und ich freue mich, so etwas zum Diskurs um die Relevanz kommunaler Jugendhilfeausschüsse beitragen zu dürfen.
Die Analyse der LAG Jugendringe NRW gibt es hier gratis zum Download.
Zu den „Blättern der Wohlfahrtspflege“ geht es hier.